Autor: Franz Troschke, Fraktionsvorsitzender UWV Kreis Euskirchen

Bewertung von Geschäftsanteilen an der „ene“

Kommunen sollen am Energiegeschäft teilhaben

Im Nachgang zum Antrag von UWV-Kreistagsfraktion und Ratsfraktion Mechernich wurde nunmehr die „wundersame Wertevermehrung“ des ene-Konzerns hinterfragt, der zum 01.01.2009 noch 18,9 Mio. EUR wert gewesen ist, zum 31.12.2011 jedoch eine Wertigkeit von 48,4 Mio. EUR aufgewiesen habe.

Wegen der zunächst nicht angesetzten Kreistagssitzung im Herbst argwöhnten die Fraktionen der UWV im Kreistag und im Rat der Stadt Mechernich, dass bei der Erstellung der Gutachten, beide nach dem Ertragswertverfahren verfasst, wenig nachvollziehbare Größen zu sehr unverständlichen Werten geführt haben.

Wie ist der Werteunterschied von 18,9 Mio. EUR zu 48,4 Mio. EUR in nur 3 Jahren zu verstehen? Wie kann es sein, dass bei in etwa gleichbleibender Ertragslage des Konzerns aufgrund der Veränderungen von Basiszinssatz und eines sogenannten „Beta-Faktors“ eine solche Wertsteigerung in nur 3 Jahren möglich ist?
Das letzte Gutachten, welches von einer Wertigkeit zum Verkauf von ene-Anteilen an die Kommunen von 48,4 Mio. EUR ausgeht, wurde vom gleichen Gutachter verfasst, der auch das Gutachten zum 01.01.2009 erstellte, welches für die (verspätete) Eröffnungsbilanz des Kreises Euskirchen notwendig wurde.

Der Gutachter in beiden Fällen ist dem ene-Konzern verbunden.

Diverse Faktoren, die zur rapiden Steigerung des ene-Wertes im Verkaufsfall führen, sind undurchsichtig.

Wenn die Kommunen 1/3 vom ene-Konzern erwerben sollen, ist es schon von Bedeutung, ob dieses 1/3 ca. 16 Mio. EUR wert ist oder ca. 6 Mio. EUR.

Die UWV im Kreis Euskirchen steht ein für Transparenz der Kommunalfinanzen. Wir müssen schon genau hinsehen, wenn es um Millionenwerte geht.

Hätten unsere Bundespolitiker bei der Aufnahme von Griechenland in die EU genauer hingesehen, wären uns viele der derzeit erkennbaren Finanzprobleme erspart geblieben.

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