Bericht: Online-Redaktion

Ich bin so frei

Wir leben in einer freien Gesellschaft, die vieles schützt: die Freiheit der Kunst, der Presse, der Meinung und natürlich der persönlichen Entwicklung.

Je freier, desto schwieriger möchte man angesichts der vielen großen und kleinen Missbräuche sagen, von denen wir täglich in der Zeitung lesen. Das gilt besonders für die Freizeit.  Fahren Sie doch mal freitags mit dem Zug. Da sitzen kurz nach Mittag schon die ersten jungen Leute mit einer Flasche Bier an der Haltestelle. Alkohol in der Öffentlichkeit konsumieren? Kein Problem. Genau so lange, bis Betrunkene im Zug grölen und ihre Hinterlassenschaften das Sitzen ekelig bis unmöglich machen. Ihr Bedürfnis zu feiern hört bei meinem Bedürfnis auf ruhige Beförderung auf, oder nicht? Die Freiheit, laut Musik zu hören, ist da zu Ende, wo ich in Ruhe lesen möchte. Jederzeitiges Telefonieren ist da Ruhestörung, wo andere sich ausruhen oder ihren Gedanken nachgehen wollen. Ich zahle mit meinem Fahrgeld ungern für ungewünschte Beschallung und Lärmterror.

Die eigene Freiheit hört da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Dazu müssen wir erziehen, das muss selbstverständliches Denken sein; da kann man nicht immer erst den Schaffner oder die Polizei rufen. Das muss klar sein, dass sich nicht jeder gerade so benehmen kann, wie er will, nur weil wir in einem freien Land leben. Es ist klar, dass lautes Gekreische pubertierender Girlies, die ein ganzes Abteil  von Erftstadt bis Köln belästigen, weil sie nachmittags schon Sekt trinken müssen, kein Spaß, sondern ein Ärgernis sind. Wie sagt Sartre: Zur Freiheit gehört Verantwortung.

Machen wir das uns allen klar: Freiheiten gerne, übergriffige Belästigungen nicht.

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