Foto: Manfred Rechs

18 Juli 2021; Regenwasserrückhaltung

Bürgerbrief KW 40 2021

Nach der Flut ist vor der Flut!

Aufräumen, Aufbauen und Schützen!

Der Starkregen vom 14.07.2021 hat viele Menschen in der Eifelregion erheblich geschädigt, ganz zu schweigen von den tödlich verunglückten Menschen. Die Aufräumarbeiten gehen langsam dem Ende zu; die Aufbauarbeiten werden jedoch noch viel Zeit in Anspruch nehmen.
Bei der Beratung und Koordination aller Arbeiten haben die Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister (OBs) eine wichtige und verantwortliche Rolle übernommen. Wie wir – die UWV – von unserer Ortsbürgermeisterin in Satzvey, Heike Waßenhoven, und Ortsbürgermeister in Glehn, Karl-Heinz Seeliger, aus erster Hand wissen, sind die Anfragen und Hilfegesuche sehr vielfältig: Die betroffenen Menschen sprechen fast immer für alle Belange die OBs an; sie sind “für Alles” zuständig: von nicht funktionierender Straßenbeleuchtung, bis falsch parkende Autos an Schulen… Sie sind die Verbindung zur Stadtverwaltung und vermitteln bzw. leiten Hilfegesuche und Anfragen an die betreffende Stelle der Stadt weiter, sie haben geholfen festzustellen; wer geschädigt wurde, wer unmittelbar Hilfe benötigt…. Anträge für Hilfsgelder gestellt oder beratend begleitet….
An dieser Stelle möchten wir allen Ortsbürgermeisterinnen und Ortsbürgermeister herzlichst für ihren ständigen Einsatz danken, besonders diejenigen, die in den flutbetroffenen Stadtgebieten besonders viel leisten müssen.
Spätestens wenn die Aufräum- und Aufbauarbeiten abgeschlossen sind, werden die Menschen darüber nachdenken, ob und wann so ein Naturereignis wieder auftreten wird und wen es treffen mag. Der Klimawandel zeigt sich leider – für jeden erkennbar – auch von der unangenehmen Seite. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die anthropogenen CO2 Emissionen drastisch zu reduzieren und die Menschen vor den Folgen der Unwetterkatastrophen zu schützen.
Zum Beispiel müssen Maßnahmen unverzüglich umgesetzt werden, um bei weiteren Starkregenereignissen ein möglichst hohes Maß an Sicherheit herbeizuführen. Es gibt nicht die eine Lösung für den Hochwasserschutz, sondern eine Vielzahl von Maßnahmen, die ineinandergreifen und sich ergänzen müssen. Hierbei sind der Erftverband, die Stadt Mechernich und die betroffenen Hausbesitzer gemeinsam in der Verantwortung. Der Erftverband hat beim Hochwasserschutz im Stadtgebiet Mechernich als Unterhaltungspflichtiger für die Gewässer die Hauptverantwortung.
Hilfreich sind alle Maßnahmen, die statt eines schnellen Abfließens, das Wasser zurückhalten, es versickern und nur langsam abfließen lassen.
Technische Maßnahmen sind z.B. Regenwasser-Rückhaltebecken, die leider zurzeit immer noch einem aufwendigen und vor allem sehr langwierigen Genehmigungsverfahren unterliegen. Hier sind die verantwortlichen Entscheidungsträger gefragt, die Genehmigungsprozesse maßgeblich zu verkürzen.
Ein sehr großes Potential bieten “natürliche Maßnahmen”, die durch die Wiederherstellung / Nutzung der stromaufwärts befindlichen natürlichen Wasserrückhalteflächen in allen zuströmenden Bachläufen umgesetzt werden könnten. Diese Gebiete sind entweder in Privatbesitz oder auch sehr häufig Teil eines Naturschutzgebietes. Das bedeutet, dass ein Umdenken der Naturschützer und Naturschutzbehörden stattfinden sollte, um zum überlebenswichtigen Schutz der Menschen solche Maßnahmen in Naturschutzgebieten zu unterstützen.
Die UWV ist in Kontakt mit betroffenen Bürgern und arbeitet an konkreten Vorschlägen zur schnellen Umsetzung von Überschwemmungsschutzmaßnahmen.
Dr. Manfred Rechs

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