Foto: Manfred Rechs

15. Juli 2021; Überschwemmungsgebiet (Inundationsgebiet) im Naturschutzgebiet oberhalb Mühlensee nach Starkregen.

Bürgerbrief KW 30 2021

Überschwemmungsschutz, dringender als je zuvor!

„Der Worte sind genug gewechselt, laßt mich auch endlich Taten sehn; Indes ihr Komplimente drechselt, kann etwas Nützliches geschehn.“ Goethe

Seit dem letzten Starkregenereignis im Jahr 2016 ist viel zu wenig für den Überschwemmungsschutz unternommen worden. Der Starkregen vom 13. und 14.07.2021 mit den verheerenden Folgeschäden hat gezeigt, wie überaus wichtig das Thema Überschwemmungsschutz ist.
Die bisher z.B. für Kommern angedachten Maßnahmen vom Erftverband – Wasserwirtschaft sind weder umgesetzt worden noch sind sie ausreichend. Ein Rückhaltevolumen von nur 52.000m3 ist deutlich zu gering.
Der von der UWV im März 2021 initiierte und gemeinsam mit der CDU eingereichte und in der Ausschusssitzung (Planung, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz) am 22.Juni 2021 bewilligte Antrag schlägt ein Maßnahmenpaket vor, dass das dreifache Auffangvolumen ermöglichen würde, was angesichts der jüngsten Ereignisse immer noch zu wenig sein dürfte.
Hilfreich sind alle Maßnahmen, die statt eines schnellen Abfließens, das Wasser zurückhalten, es versickern und nur langsam abfließen lassen. Alle bislang angedachten Maßnahmen wie beispielsweise für Kommern:
• ein Tieferlegen des Mühlensees zur weiteren Absenkung des Wasserspiegels
• und ein Höherlegen des Überlaufpegels,
• eine Erweiterung des Mühlensees durch Ausbaggern des Gebietes unmittelbar oberhalb des Mühlensees,
• mittels elektronischer oder manueller Steuerung der Ventile könnte man bei einer Wettervorhersage mit Überschwemmungs-potential die Ventile öffnen und den Wasserspiegel Tage vor dem Unwetter weiter absenken, um noch mehr Auffangvolumen zeitweise bereitzustellen,
• die Wiederherstellung bzw. Nutzung der stromaufwärts befindlichen natürlichen Wasserrückhalteflächen sowohl im Naturschutzgebiet bis zur K81 als auch im Krebsbach (Mühlental) aus Richtung Hostel kommend,
sollten schnellstens umgesetzt werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass man die fortschreitende Versiegelung begrenzen sollte und alle Bachläufe und Täler stromaufwärts und abseits von Besiedelungen mit möglichst vielen Wasserrückhalteflächen / becken ausstatten sollte. Diese lassen sich durch ungesteuerte, aber robuste Wehre vergleichsweise einfach installieren.
Es wäre anmaßend zu glauben, wir Menschen könnten den Klimawandel aufhalten, d.h. aber nicht, dass wir uns nicht vor den Folgen schützen können.
Dr. Manfred Rechs

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