Foto: Dr. Manfred Rechs, 26.März 2021

Nach der Flut ist vor der Flut!

Was macht der Erftverband?

Die UWV-Fraktion legt seit ein paar Jahren ein besonderes Augenmerk auf den umfassenden Schutz der Mechernicher Bürgerschaft gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Sie hat sich insbesondere mit dem Thema Überschwemmungsschutz intensiv beschäftigt, d.h. durch viele Ortsbegehungen, Gespräche mit betroffenen und auch sachkundigen Bürgern Vorschläge für eine Vielzahl von Rückhaltemaßnahmen erarbeitet und am 15. März 2021 der Stadt Mechernich und dem Erftverband vorgestellt, diese sind vom Erftverband am 28. April 2021 als gut und umsetzbar eingestuft worden.

Am 28.05.2021 hat die UWV einen Antrag (gemeinsam mit der CDU) „Schutzmaßnahmen zum Schutz gegen Starkregenereignissen und Überschwemmungen“ eingereicht. Der Antrag wurde in der Ausschusssitzung (Planung, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz) am 22.Juni 2021 bewilligt.

Der Antrag beschreibt ein Paket von  Maßnahmen, die statt eines schnellen Abfließens, das Wasser zurückhalten, es versickern und nur langsam abfließen lassen.

Technische Maßnahmen sind z.B. Regenwasser-Rückhaltebecken, die leider zurzeit immer noch einem aufwendigen und vor allem sehr langwierigen Genehmigungsverfahren unterliegen.

Ein sehr großes Potential bieten “natürliche Maßnahmen”, die durch die Wiederherstellung / Nutzung der stromaufwärts befindlichen natürlichen Wasserrückhalteflächen in allen zuströmenden Bachläufen umgesetzt werden könnten. Der Bau von vielen dezentralen „natürlichen“ Rückhalte-Becken/Flächen hält die Wassermengen frühzeitig am „Entstehungsort“ zurück. Das heißt, die riesigen Wassermengen (z.B. Starkregen), die sich beim ungehinderten Abfließen in Bäche und Flüsse ergeben, könnten drastisch verringert werden. Die Genehmigung sollte deutlich einfacher und schneller erfolgen und die Umsetzung kostengünstiger sein.

Als Unterhaltungspflichtiger für die Gewässer hat der Erftverband die Hauptverantwortung. Was hat der Erftverband bislang getan?

Gemäß Top 11 der Ratssitzung am 26. Apr. 2022 möchte der Erftverband und seine kommunalen Mitglieder hier die Stadt Mechernich eine Kooperationsvereinbarung über das Erstellen von interkommunalen Hochwasserschutzkonzepten treffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung, die noch getroffen werden muss, soll in Arbeitskreisen je nach Wasserlauf mit der Erarbeitung von Hochwasserschutzkonzepten in Kürze begonnen werden.

Muss man daraus schließen, dass die Verantwortlichen nach mehr als einem Jahr (Einreichung konkreter Maßnahmen zum Überschwemmungsschutz durch die UWV) noch nicht begonnen haben Konzepte zu erstellen?

Der Starkregen vom 14.07.2021 mit seinen verheerenden Schäden liegt fast ein Jahr zurück. Hoffentlich lässt sich der „Klimawandel“ mehr Zeit bis zum nächsten Starkregen, als die Verantwortlichen benötigen, um Schutzmaßnahmen zu installieren. Das vom Erftverband vorgestellte Projekt “Feybachausbau” hat vom ersten Antrag bis zur Umsetzung 30 Jahre benötigt. Was muss noch passieren, um die dringlichen Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen?

 

Ein Beitrag von der UWV Mechernich

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