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Bericht: Online-Redaktion

Weniger ist mehr – das Motto für das kommende Jahr 2017

  • Weniger Lärm, bitte! Muss es überall Beschallung geben? Muss die Lautstärke so hoch geregelt sein, dass man um sein Gehör fürchten muss? Kann im ‚Leisewagen‘ der DB das Telefonierverbot bitte beachtet werden, damit man in Ruhe lesen kann? Muss man in Zukunft einen Kopfhörer tragen, um den Lärm der Umgebung auszuschalten oder kann es so sein wie früher, dass diejenigen, die laut Musik hören wollen, sich diese auf die eigenen, und nur auf die eigenen, Ohren legen ohne andere zu belästigen?
  • Weniger Schnäppchenjägermentalität, bitte. Wann verstehen wir endlich, dass wir mit unserer Jagd nach dem günstigsten Angebot Arbeitsplätze vernichten, prekäre und unterbezahlte Arbeitsverträge erst ermöglichen und damit mitschuldig am ruinösen Wettbewerb werden, der immer mehr Menschen arbeits- und perspektivlos macht?
  • Weniger Masse und mehr Klasse, bitte. Können wir nicht endlich aufhören, haufenweise billigstes Zeug zu kaufen und wieder wegzuwerfen, wenn es ganz schnell kaputt ist, anstatt nachhaltig und handwerklich wertvoll Hergestelltes besitzen zu wollen, das lange hält?
  • Weniger Werbung, bitte. Warum lassen wir unsere Intelligenz laufend von schwachsinnigen und primitiven Werbesprüchen beleidigen? Keine Internetseite, kein Fernseh- oder Radioprogramm  ohne völlig überflüssiges Gerede, unerträglich grinsende Promigesichter – und nicht zu vergessen die obligatorischen Werbebeilagen in Zeitungen, die in unzähligen Haushalten unbesehen in die Tonne geworfen werden. Wollen wir das wirklich?
  • Weniger Internetshopping, bitte. Brauchen wir wirklich die Auswahl sämtlicher Modehersteller weltweit, um uns ein Hemd auszusuchen? Kann es denn wahr sein, dass wir im Fachgeschäft anprobieren und uns beraten lassen, um den Pulli dann im Internet für einen minimal geringeren Preis zu bestellen? Verächtlicher geht’s ja wohl nicht mehr.
  • Weniger Aggression, bitte. Warum sind so viele Menschen unfreundlich, gereizt und ruppig im Umgang mit anderen? Warum fliegen die Fäuste, anstatt sich nicht provozieren zu lassen und seiner Wege zu gehen? Ist das die neue Stärke und Durchsetzungsfähigkeit oder nur

mangelnde Selbstbeherrschung und widerwärtiges, unsoziales Sich-Gehen-Lassen?

  • Weniger Gequatsche, bitte. Können wir wieder anfangen, Inhalte wichtiger zu finden als Worthülsen, und möglicherweise auch mal Stille auszuhalten, wenn es denn nichts zu sagen gibt?
  • Weniger Statussymbole, bitte. Haben wir doch den Mut, wir selbst zu sein, anstatt uns durch Äußerlichkeiten einer Illusion hinzugeben.
  • Weniger Technik, die den Menschen überflüssig macht. Oder wollen wir uns selbst abschaffen?

In diesem Sinne ein gutes neues Jahr, das von manchem weniger bringt, uns aber deswegen noch lange nicht ärmer macht. Im Gegenteil – vielleicht sogar erfüllter und zufriedener.

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